1990 – 1994

1994:

„Heldengeschäft“ / Multimediatanztheater / Chor. / Tanz: Andrea Simon, Andreas J. Etter und Andrew P. Greenwood / Bühne: Andreas J. Etter / UA: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

 

„ Eine Variation zum Thema Heldentum entlang der modernisierten Geschichte des Odysseus. Einzigartig die Verwendung von gigantischen Fotopapieren, worauf mittels Entwicklerflüssigkeit Schattenfotos der Tänzer und Sänger entstanden. Eine Paraphrase auf den Gang in die Welt der Toten. Am Ende ist jeder nur noch ein Schatten seiner selbst, denn ein Heldengeschäft rechnet sich nicht“ (FA)

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1993:

„Coupon Double I (Salome)“ / Tanztheater / Chor. / Tanz: Andrea Simon und Petra Straß / Bühne, Kostüme: Petra Straß / UA: Frankfurt, Frauenkulturhaus

„( ) …Vieldeutig läßt sich „Coupon Double I“ an, ein choreographisches „InterArt Projekt“ der Tänzerin Andrea Simon und der Bühnenbildnerin Petra Straß, das im Frankfurter Frauenkulturhaus Premiere hatte. Es geizt nicht mit Anspielungen und nicht mit Ideen, enthüllt lyrische Momente und zeigt Zähne. Immer wieder tauchen Körper ohne Kopf auf, als Gips-Torso, als fragmentiertes Puzzle, das Andrea Simon umtanzt, als – einer der schönsten Einfälle – Malerei auf dünn bespanntem Kubus, hinter dem Petra Straß allmählich verschwindet. In der Fülle von Texten und Bildern, Objekten und Aktionen treiben Straß und Simon auf den Spuren der Verfemten, lassen, zwischen Schauder und Kitzel, Messer blitzen und rühren in roter Farbe, schützen sich in schweigsamen, nach innen gekehrten Soli, ehe Salome selbst von ihrer Plattform heruntersteigt, ihren schlangengleichen Tanz vor dem Königspaar absolviert und ihren Wunsch nach Enthauptung äußert. Die Zeit der Ahnungen ist vorbei: ein Werk allgemeiner Zerstörung beginnt, das mit allem aufzuräumen scheint, was den Ausgangspunkt für derlei Verstrickung darstellt. Vor dem Schutt der patriarchalischen Geschichte findet sich das Trio zum Tanz der Befreiung.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

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1992:

„Nachtgestirn“ / Soloperformance mit Video / Chor. / Tanz / Video: Andrea Simon / UA: Frankfurt, Gallustheater

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„( ) …die Wirklichkeit sein, jene seltsame, sich ständig auflösende „Form“, die sich beharrlich jeder Kontinuität verweigert. Auf der Bühne steht lediglich eine schwarze Kiste. Darin ein Bildschirm, der sich vom starren Block zu einem Gesprächspartner entwickelt. Andrea Simon, „…Nachtgestirn“ ist ihre erste Soloproduktion, versteht es, diesen Prozeß tanzend zur Interaktion hin spannend zu veranschaulichen. ( ) Die Spannung hält bis zum Schluß, weil die Tänzerin den Raum ausfüllt und den Zuschauer immer wieder überrascht, ohne ihn mit Eindrücken zu überhäufen.“ andere zeitung – Städte Illustrierte

 

„( ) …Andrea Simon vom TANZPLAN FRANKFURT bearbeitet in ihrem Solo „..Nachtgestirn“ einen Zustand der Irritation, in dem die Dinge ihre Gestalt wie ein Chamäleon verändern. ( ) Hin und her geworfen zwischen einem Zustand „fühllos wie ein Fisch“ und sexuellen Phantasien, zwischen Taubheit und Hypersensibilität, liefert sie sich ihren Impulsen zwischen Wachen und Träumen aus. ( ) …die amöbenhaften Regungen, wie die versierten tänzerischen Variationen, enden im Schrecken oder in Erschlaffung. Der gewohnte Gang führt nicht weiter. Sie entledigt sich des Rocks und trägt blaue Farbtupfer wie Schuppen auf die Haut. Als Fisch, kalt und stumm, versucht sie gleichgültigen Flossenschlag und wird doch von wilden Träumen heimgesucht. Andrea Simon zeigt unprätentiös einen Zustand der Zwiespältigkeit.“ FAZ

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1991:

„No hot Ashes – Canyon Lands“ / Tanztheater mit Film / Chor. / Tanz: Andrea Simon, Trent Gray und Film: Johannes Fluhr / UA: Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm

„( ) …Es dominierten vielmehr in dieser aus Filmsequenzen und Bühnenaktion montierten Choreographie Doppel- und Einzelaktionen in einer temporeichen, vorwiegend kantigen Körpersprache. So wirkte diese Arbeit zugleich kühler, splittriger, gleichzeitig aber auch humorvoller und geschlossener als die „Canyon Lands“. Wie schon in ihren beiden vorangegangenen Choreographien erprobt Andrea Simon auch in „NO HOT ASHES“ wieder ein neues Bewegungsvokabular, bedient sich der Disco-Tanz- und Alltagsgesten, koppelt sie an klassische Pirouetten und Jetés, läßt sie sich brechen an Modern Dance Elementen. Das intellektuelle Sujet erfährt so eine eingängige, anschauliche Interpretation; die eigentlich komplizierte Geschichte der sechs Quarks, die durch Gleichzeitigkeit und die Art der Bewegung sich in einem intakten Zustand hoher Ordnung befinden, der jedoch durch die kleinste Zufälligkeit in einen Zustand niedriger Ordnung verwandelt werden kann, wird mit Witz und Verve nacherzählt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

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1990:

„Klammer – Wiener Schnitzel – Natur Obscur“ / Tanztheater / Chor. / Tanz: Andrea Simon, Margie King, Maike Sommer, Andreas Kühl, Katharina Glathe-Munkittrick, Martina Kiefer / Fotoprojektion: Adrian Bischoff, Bühne: Johannes Schütz. / UA: Frankfurt, Gallustheater

 

„( ) …Auf der Grenze zwischen Aggressivität und lustbetonter physischer Vehemenz balanciert auch „Klammer“, ein professionell gearbeitetes Stück über Einschluß und Ausschluß. Die Konstellation ist klar, wird aber immer wieder kurzfristig aufgehoben. Eine Frau rennt buchstäblich gegen ein Paar an, ist mit dabei und gehört doch nicht dazu. Andrea Simon hat durch sicheres Gespür für Timing, durch überlegten Wechsel der Formationen und souveränen Umgang mit der Bewegungssprache ein spannungsgeladenes, auf hohen Touren laufendes Verwirrspiel choreographiert.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

„( ) …- keine Atempause. Es ist ein irrwitziger, sich überstürzender Traum.“ Frankfurter Rundschau