Kunstinszenierungen Andrea Simon

Seit 1990 praktiziert die Künstlerin den Schulterschluss mit anderen Künsten und arbeitet interdisziplinär. Ihren eigenen Arbeiten, verstärkt seit 2018, legt sie die Prinzipien der Konzeptkunst zugrunde und formuliert spielerische Objekte, Fragestellungen u.v.m. Der teilweise fröhlichen Leichtigkeit des Ersteindrucks stehen kritische, auch schmerzhafte und Gedanken sowie Emotionen auslösende Aspekte zur Seite. Für Ihre Arbeiten hat sie eine eigene Website eingerichtet, die den Besuch lohnt: www.exhibitionnews.de

“Drehmomente”, konzeptuelle Versuchsanordnung. Barfuß Drehungen auf Rettungsfolie plus Bildbearbeitung. Sprechende Spuren von: Muschel, Ohr, Gras und Rasierpinsel erzählen von neuen Daseinsformen eines Spiegelbilds. #artinthetimeofcorona Konzept/Fotos/Copyrights: Andrea Simon

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“Schwarzwald Zyklopel”, Readymade Objekt, Juni 2020. Überholter Heimatkitsch erstrahlt in zeitgemäßem Glanz, nur eben als menschenfressendes Zyklopen Mädel, das Zyklopel. Zyklopel is watching you! #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon MEHR

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“The dirty book”, Objekt, Juni 2020, spielt mit den Ängsten alles sei verseucht und von tödlichen Viren besiedelt, alles was berührt wird ist schmutzig. Gleichzeitig bezieht es sich ironisch auf das verwendete Kinder (Erziehungs-)buch “Die Häschenschule” (1924), insbesondere auf die Aufforderung “putzt euch noch einmal die Nase...” #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon. MEHR

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“Bonbon Chair”. Das konzeptuelle Objekt ist eine künstlerische Antwort auf die allgegenwärtige Take away Praxis und entstand im Mai 2020 unter dem Eindruck des Corona Lockdowns. Die Süße des Lebens wird hier unerreichbar. #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon MEHR

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Andrea Simon und ihre Papierinstallationen “Naturkunde” und “Ein Gleiches”, ausgestellt in der Ausstellung “Ins Grüne”, Kunstsammlung Landratsamt Hofheim, Feb.-Juni 2020. Fotos: Andreas J. Etter

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Über 3500 Besucher_innen kamen zur Taunus Kunst Triennale 1, vom 1.12.2019 – 16.2.2020 ins Stadtmuseum Hofheim. Erstmals ausgestellt wurde “Corner, poetischer Protest” Videoinstallation, Andrea Simon. Ein Katalog liegt vor (15€, Stadtmuseum)

Fotos: Herbert Fischer, aus dem Ausstellungskatalog

„Mein Blick auf heute, er geht nach außen und nach innen. Was passiert? Mit uns?
Der Teppich für Bedrohung und Eindringung ist ausgerollt. Stramm marschiert das Öffentliche auf, das Private anzutasten, es zu ent-rüsten. Es kann auch von innen heranschleichen. Als innerer Diktator, dem man niemals genügt.
Von Modediktat und Schönheitswahn bis Fanatismus, staatlicher Gewalt, Machtgier, Kontrolle, Vereinnahmung. Exekutive, gut aus- und aufgerüstete Kräfte haben Zugriff.
Das Private demgegenüber, die Person, ist fragil. Ruht scheinbar wehrlos in einer Wiege guten Willens, gibt sich preis, wird verletzt. Verliert jedoch niemals Würde und Einzigartigkeit. Der individuelle Code bleibt als eine stolze Größe im Gesamten. Jeder fliegende Fetzen trägt die unverwechselbare DNA einer Person und kann ein unberechenbares Agens werden. Wenn das Private und das Öffentliche aufeinanderprallen, dann ist das auch ein poetisches Momentum, mit allen Optionen.
‚Cornern‘ bedeutet u. a. Protest.

Ist Ausdruck von Angstlosigkeit unter Bedrohung. Demonstriert das Private, hat Kraft.
Weltweite Protestbewegungen setzen sich massiven, anonymen verlängerten Armen aus. Bewaffnet, nur mit einer Geste, einer Haltung, einem Gedanken. Mit Hingabe oder Schirm. Menschen halten Stand. Um sie geht es. Ihre Verletzung wandelt sich zur Schönheit einer Blüte … am Boden in einer Ecke.“ (Andrea Simon, aus dem Katalog).

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Moonalien/ Serie Informel/ Foto: Joachim Hopp

Anhaltend verfolgt Andrea Simon ihre Auseinandersetzung mit der Kunst des Informel. Hier steht die Symbiose von Körpern und Materialien im Vordergrund sowie das improvisierte, gewollt planbefreite Vorgehen. Eine Hommage an Bernhard Schultze. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Videoinstallation und Papierarbeiten als Textinstallation. Auch für ihre Bildbände hat sie szenische Material Settings entwickelt, die das Medium Tanz in sich aufnahmen.

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Video und Film sind wesentliche Bestandteile ihrer Arbeit. So entwickelt sie aus dem Medium Video, welches viele Jahre vornehmlich ein Tanzpartner war, nun Videoinstallationen. In Kooperation mit Joachim Hopp entstand 2019 “Corner, poetischer Protest” für die Taunus-Kunst-Triennale 1. Eine Arbeit, die sich mit den weltweiten Protestbewegungen und dem gewaltlosen Widerstand beschäftigt. Eine bestürzende weitere Bedeutung gewann die Installation durch die Corona Krise im Frühling 2020 und die Einschränkungen der Grundrechte.

Mehr zur Kunst von Andrea Simon auf: www.exhibitionnews.de

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Fotos auf dieser Seite: Joachim Hopp, Herbert Fischer, Andrea Simon