Kunstinszenierungen Andrea Simon

Seit 1990 praktiziert die Künstlerin den Schulterschluss mit anderen Künsten und arbeitet interdisziplinär. Ihren eigenen Arbeiten, verstärkt seit 2018, legt sie u.A. die Prinzipien der Konzeptkunst zugrunde und formuliert spielerische Objekte, Fragestellungen, Fotoserien, u.v.m. Der teilweise fröhlichen Leichtigkeit des Ersteindrucks stehen kritische, auch schmerzhafte, Gedanken sowie Emotionen auslösende Aspekte zur Seite. In 2022 präsentiert sie ihre erste Solo Ausstellung “Dancing Spirit” in der bekannten Stadtgalerie im Badehaus, Alter Kurpark Bad Soden/Ts. Die Ausstellung hat ihre eigene Website HIER

LINK ZUR AUSSTELLUNG

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aus sich raus_Gestalt_Figur 21/22

Die Video Rauminstallation ist in der Ausstellung OFF BEAT 5 _ WANDLUNG vom 5.6.-26.6.22 im Kunstforum Mainturm in Flörsheim/M. als komplettes Ensemble ausgestellt. Die ursprüngliche 5-er Gruppe des Brückenstipendiums wurde überarbeitet und um 5 weitere, mutierte Exponate erweitert. Neu dazu kam auch die Plastik eines gefalteten Tanzbodens. Mit diesem biografischen Aspekt erzählt die Künstlerin von einem persönlichen Wandel. Den Tanzboden betreten nun eigene Gestaltungen. Pressefeedback Allgemeine Infos zur Ausstellung

Inhaltliches: Im Zeitraum des Brückenstipendiums der Hessischen Kulturstiftung im Frühjahr 2021 konnte ich mein Projekt „aus sich raus“ auf mehreren Ebenen angehen. Mein Thema war Transformation, Mutation. Außer dem Backing „Kunst ist Macht“ dem Gestaltungsbegriff von Joseph Beuys und seinen Kurznotaten („zu tanzen wäre vielleicht eine Zumutung, aber es wäre gut, es wäre gut“), sowie dem „Buch der Physika“ von Hildegard von Bingen und ihren erstaunlichen Deutungsphilosophien zu Mensch-Natur-Geist, wurde unter dem massiven Coronadruck auch Begriff und Programm der „Graswurzelbewegung“ als anarchistischer Gegenentwurf zum Auslöser der Bildwerdung. Wodurch sich der Kreis zu „Kunst ist Macht“ wieder schloss. Was blieb, war materiell der Umgang mit getrocknetem Gras (=Heu), der Wunsch es wiederzubeleben in eine neue Form hinein. Und inhaltlich der Plan Antipoden zu schaffen. „Gegenfüßer“, die unterschiedliche Welten besiedeln sollten, um diese durch ihre Wirkung zu verändern. Beides sollte hinweisen auf die Qualität des naturhaft durchgeistigten alles Menschlichen (Grünkraft – H. v. Bingen/ Ätherkörper – Beuys). Im 1. Schritt entstand eine Gruppe aus vier fast zweidimensionalen Gestalten: „aus sich raus_Figur“, die in 2022 erweitert wurden. Sie wurden als Improvisation in progress aus Heu mit einem roten Ledernähfaden in die finale Form genäht, dies blieb die Machart aller Komponenten. Solo oder als Gruppe wurden sie in eine historische Heuboden- und Stall Situation inszeniert (im Schwerpunkt schwebend), als Fotografie Projekt mit Ina Peters. Dazu kam im 2. Schritt eine dreidimensionale Gestalt die am gleichen Ort „brütete“, erdiger, deutlicher aus der Umgebung erwachsen. Ebenfalls als Fotografie. Sie antizipiert bereits die darauffolgende „Gestalt“. Denn im 3. Schritt wurde dann mit einer Tai-Chi Performerin eine Choreografie einstudiert. Während der Performance wurden immer mehr vorgefertigte und lose Heuelemente an sie geheftet, bis sie einen fast völligen Gestaltwandel vollzog. Dies wurde open air als Videoprojekt mit Joachim Hopp und Sybille Dömel umgesetzt. Infolge ergab sich wiederum die neue Möglichkeit, über die Videonachbearbeitung eine weitere Transformation zu generieren, und so im Editing filmisch in ein surreales Anime über zu fließen. Auf diese Weise wurde auch der Raum, die Landschaft zur Gestalt in einem pulsierenden, permanenten Wandlungsprozess, die Grenze zwischen der Figur und dem Raum scheint nahezu aufgehoben. Diesen 3. Arbeitsabschnitt nenne ich: „aus sich raus_Gestalt“. Alle beschriebenen Elemente werden in einer Video-Raum-Installation zusammengefasst in der die ganze Gruppierung im Raum strömt. Weitere Abb. bitte nach unten scrollen. Fotos: Joachim Hopp (Videostill), Andrea Simon, Ina Peters. All rights reserved!

Data: Heu (9 Exponate), roter Lederfaden, Video, Monitor+Player, Posterabzüge A0, Tanzteppich.

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Viriditas 20/21 – Fotoserie

Fotoserie in Smartphone Anmutung, insgesamt 48 Fotografien, 15x10cm, hinter Acrylglas, fotografiert von März 2020 bis Januar 2021. Der Spaziergang kam in dieser ersten Coronaphase fast einem rettenden, religiösen Erlebnis gleich. Der tägliche Gang in unsere kultivierte Naturlandschaft war ein MUSS, um seelisch im Gleichgewicht zu bleiben. Insofern wurde Natur auch anders wahrgenommen und erreichte eine neue, überhöhte Bedeutung. Fotografiert habe ich rund um Hofheim am Taunus und auf der Höri/Bodenseeregion. Durch die Bildbearbeitung wollte ich dem Obengenanntem Ausdruck verleihen und eine psychisch erfühlte, intensivierte Farbwahrnehmung einbringen. Die Bilder können vom Betrachter wahlweise selbst kombiniert werden, als Single, Duett, Trio oder Quartett usw., wodurch ein jeweils individueller Gesamteindruck entsteht.

“Viriditas” ist ein kreierter lateinischer Begriff der Äbtissin und Philosophin Hildegard von Bingen (1098-1179). Es ist die von Hildegard so genannte “Grünkraft” oder “grünende Kraft”. Sie wird manifest in allem was lebt und wächst, seien es Pflanzen, Tiere oder Menschen. “Viriditas” ist eine ausschließlich konstruktive, heilsame Kraft die auch in Begegnungen, Berührungen, dem Miteinander in allen guten Lebenssituationen und den Bewegungen (also auch dem Spaziergang) innewohnt. Die “Viriditas” ist nur lebendig da sie von Geist (bei Hildegard: Gott) inspiriert und gestaltet wird. Kein Körper lebt ohne diese und der Mensch muss sie aufnehmen, um zu erblühen. (Frei nach: Physika, Hildegard von Bingen). Diese Schriften und das Fotografieren während des Laufens in der Natur gingen mir sehr unter die Haut wodurch mein Projekt begann. (Andrea Simon, 2021)

Auflage: 5/Motiv, signiert unter Acryl. Preise ohne Mwst §19 UstG:

  • Single: 105€
  • Duett: 195€
  • Trio: 260€
  • Quartett: 360€
  • Weitere Kombinationen: Preise auf Anfrage: info@tanzplan.de

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Stipendium 2021

Für ihr interdisziplinäres Literaturprojekt “Aneignung_Illuminations” erhält Andrea Simon im Oktober 2021 ein Stipendium durch die GVL. Es entstehen 20 Prosagedichte frei nach Artur Rimbauds “Illuminations”, eine Fotoserie, ein Objekt “Heller Kopf” und eine größere audiovisuelle Rauminstallation aller Anteile. Die Prosagedicht Serie “Aneignung-Illuminations” hier bereits als Hörerlebnis.

Beispiele der Fotokunstserie “Illuminations”

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Zum Bildband TANZKIND, welcher in 2020 ein Arbeitsstipendium und ein Projektstipendium der Hessischen Kulturstiftung erhielt. In Kooperation mit Achim Reissner.

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“Unüberwindbar” meine Papierinstallation setzt sich mit Person und Werk Friedrich Hölderlins auseinander und positioniert seine “Abendphantasie” als Gedankenkaskade mit hoher Dynamik, die aber ihr Ziel, die Geliebte Susette, nicht erreicht, aufgrund der inneren Verschlingungen. September 2020 / #artinthetimeofcorona / z.Zt. ausgestellt in der Ausstellung “Wirklich?” / Kunstsammlung Landratsamt, Hofheim, bis 26. Nov. 2020.

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“Drehmomente”, konzeptuelle Versuchsanordnung. Barfuß Drehungen auf Rettungsfolie plus Bildbearbeitung. Sprechende Spuren von: Muschel, Ohr, Gras und Rasierpinsel erzählen von neuen Daseinsformen eines Spiegelbilds. #artinthetimeofcorona Konzept/Fotos/Copyrights: Andrea Simon

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“Schwarzwald Zyklopel”, Readymade Objekt, Juni 2020. Überholter Heimatkitsch erstrahlt in zeitgemäßem Glanz, nur eben als menschenfressendes Zyklopen Mädel, das Zyklopel. Zyklopel is watching you! #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon MEHR

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“The dirty book”, Objekt, Juni 2020, spielt mit den Ängsten alles sei verseucht und von tödlichen Viren besiedelt, alles was berührt wird ist schmutzig. Gleichzeitig bezieht es sich ironisch auf das verwendete Kinder (Erziehungs-)buch “Die Häschenschule” (1924), insbesondere auf die Aufforderung “putzt euch noch einmal die Nase...” #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon. MEHR

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“Bonbon Chair”. Das konzeptuelle Objekt ist eine künstlerische Antwort auf die allgegenwärtige Take away Praxis und entstand im Mai 2020 unter dem Eindruck des Corona Lockdowns. Die Süße des Lebens wird hier unerreichbar. #artinthetimeofcorona, Fotos/Copyrights: Andrea Simon MEHR

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Andrea Simon und ihre Papierinstallationen “Naturkunde” und “Ein Gleiches”, ausgestellt in der Ausstellung “Ins Grüne”, Kunstsammlung Landratsamt Hofheim, Feb.-Juni 2020. Fotos: Andreas J. Etter

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Über 3500 Besucher_innen kamen zur Taunus Kunst Triennale 1, vom 1.12.2019 – 16.2.2020 ins Stadtmuseum Hofheim. Erstmals ausgestellt wurde “Corner, poetischer Protest” Videoinstallation, Andrea Simon. Ein Katalog liegt vor (15€, Stadtmuseum)

Fotos: Herbert Fischer, aus dem Ausstellungskatalog

„Mein Blick auf heute, er geht nach außen und nach innen. Was passiert? Mit uns?
Der Teppich für Bedrohung und Eindringung ist ausgerollt. Stramm marschiert das Öffentliche auf, das Private anzutasten, es zu ent-rüsten. Es kann auch von innen heranschleichen. Als innerer Diktator, dem man niemals genügt.
Von Modediktat und Schönheitswahn bis Fanatismus, staatlicher Gewalt, Machtgier, Kontrolle, Vereinnahmung. Exekutive, gut aus- und aufgerüstete Kräfte haben Zugriff.
Das Private demgegenüber, die Person, ist fragil. Ruht scheinbar wehrlos in einer Wiege guten Willens, gibt sich preis, wird verletzt. Verliert jedoch niemals Würde und Einzigartigkeit. Der individuelle Code bleibt als eine stolze Größe im Gesamten. Jeder fliegende Fetzen trägt die unverwechselbare DNA einer Person und kann ein unberechenbares Agens werden. Wenn das Private und das Öffentliche aufeinanderprallen, dann ist das auch ein poetisches Momentum, mit allen Optionen.
‚Cornern‘ bedeutet u. a. Protest.

Ist Ausdruck von Angstlosigkeit unter Bedrohung. Demonstriert das Private, hat Kraft.
Weltweite Protestbewegungen setzen sich massiven, anonymen verlängerten Armen aus. Bewaffnet, nur mit einer Geste, einer Haltung, einem Gedanken. Mit Hingabe oder Schirm. Menschen halten Stand. Um sie geht es. Ihre Verletzung wandelt sich zur Schönheit einer Blüte … am Boden in einer Ecke.“ (Andrea Simon, aus dem Katalog).

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Moonalien/ Serie Informel/ Foto: Joachim Hopp

Anhaltend verfolgt Andrea Simon ihre Auseinandersetzung mit der Kunst des Informel. Hier steht die Symbiose von Körpern und Materialien im Vordergrund sowie das improvisierte, gewollt planbefreite Vorgehen. Eine Hommage an Bernhard Schultze. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Videoinstallation und Papierarbeiten als Textinstallation. Auch für ihre Bildbände hat sie szenische Material Settings entwickelt, die das Medium Tanz in sich aufnahmen.

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Fotos auf dieser Seite: Andreas J. Etter, Joachim Hopp, Herbert Fischer, Andrea Simon, Achim Reissner, Ina Peters